Aufstellung in Stille

Was ist Aufstellungsarbeit?

Aufstellungsarbeit ist ein stiller Raum des Schauens.

Themen, innere Konflikte oder Beziehungsmuster werden im Raum sichtbar gemacht – durch Stellvertreter*innen oder durch Elemente im Feld. Was sonst verborgen, diffus oder schwer greifbar ist, zeigt sich auf eine unmittelbare und oft überraschend klare Weise.

Es geht nicht um Analyse.
Es geht um Wahrnehmung.

In der Schule nach Harald Homberger steht die innere Haltung im Mittelpunkt:
Wir greifen nicht ein.
Wir interpretieren nicht.
Wir folgen dem, was sich zeigt.

Durch diese achtsame Präsenz entsteht ein Raum, in dem sich Verstrickungen lösen dürfen – nicht durch Druck, sondern durch Bewusstwerden.

In der Aufstellungsarbeit nennen wir diese Resonanz „Bewegungen der Seele“:
Eine Kraft, die jenseits von Wollen und Verstehen wirkt und auf Ganzheit ausgerichtet ist.

Heilung geschieht nicht durch Eingreifen, sondern durch eine klare, wertfreie Haltung.
Wenn das Verborgene sichtbar wird, können unbewusste Bindungen zur Ruhe kommen – dort, wo sie hingehören.

Diese Bewegungen zeigen sich nicht nur in Familien, sondern auch in Beziehungen, Organisationen, Krankheitssymptomen oder inneren Glaubenssätzen.

Bewegung der Seele

In einer Aufstellung geschieht etwas, das sich mit dem Verstand kaum erklären lässt:

Stellvertreter*innen, die keinerlei Vorwissen haben, treten in Resonanz mit inneren Bewegungen eines Familiensystems. Sie spüren Spannungen, Gefühle oder Dynamiken – und folgen ihnen absichtslos.

So werden verdrängte Ereignisse, alte Verstrickungen oder nicht abgeschlossene Erfahrungen sichtbar.
Was einst nicht zu Ende gelebt werden konnte, zeigt sich im Raum.

Trauma verstehen wir in diesem Sinn als eine unterbrochene innere Bewegung – etwas, das keinen Abschluss fand.

Für wen ist Aufstellungsarbeit geeignet?

Aufstellungsarbeit ist geeignet für Menschen, die bereit sind, ehrlich hinzuschauen.

Für Frauen und Männer, die spüren:

  • „Ich drehe mich im Kreis.“

  • „Ich reagiere stärker, als ich eigentlich möchte.“

  • „In meinen Beziehungen wiederholt sich etwas.“

  • „Da ist eine innere Blockade, die ich nicht greifen kann.“

  • „Ich fühle mich leer, abgeschnitten oder innerlich zerrissen.“

Sie ist besonders hilfreich bei:

  • wiederkehrenden Beziehungsmustern

  • familiären Verstrickungen

  • inneren Konflikten und Entscheidungsschwierigkeiten

  • diffusen Ängsten oder Schuldgefühlen

  • ungelöster Wut oder tiefer Traurigkeit

  • dem Gefühl, nicht ganz im eigenen Leben angekommen zu sein

Wie wirkt eine Aufstellung?

In einer Aufstellung wird sichtbar,

  • was im Verborgenen wirkt

  • welche Dynamiken unbewusst steuern

  • welche Gefühle keinen Platz hatten

  • wo Bindungen, Loyalitäten oder alte Schutzmechanismen noch aktiv sind

Alle Beteiligten sind eingeladen, ohne Bewertung wahrzunehmen.

Oft entsteht eine tiefe innere Bewegung –
ein Erkennen, ein Loslassen, ein inneres „Ja“.

Veränderung geschieht nicht durch Machen, sondern durch Sehen.

Wie funktioniert Aufstellungsarbeit?

Am Anfang steht ein inneres Anliegen – ein Konflikt, eine Frage oder ein Gefühl, das sich nicht lösen lässt.

Dieses Anliegen wird mithilfe von Stellvertreter*innen im Raum sichtbar gemacht. Sie benötigen keine Vorinformationen und nehmen dennoch Gefühle, Spannungen oder Dynamiken wahr, die zum inneren Erleben der aufstellenden Person gehören.

So zeigt sich, was im Verborgenen wirkt.

Unbewusste Bindungen, familiäre Verstrickungen oder alte Prägungen werden erfahrbar – nicht als Theorie, sondern als lebendiges Bild.

Meine Haltung

Ich arbeite ruhig, klar und zurückhaltend.
Ich halte den Raum – ohne zu drängen, ohne zu interpretieren.

Die Aufstellung dient nicht dazu, etwas „wegzumachen“,
sondern das, was ist, würdevoll anzuschauen.

Gerade in der Verbindung mit Schattenarbeit entsteht hier ein kraftvoller Weg:
Verdrängte Anteile dürfen sichtbar werden.
Das Abgelehnte bekommt einen Platz.
Und aus dem Gesehenen wächst innere Freiheit.

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